ALLGEMEINE GESCHÄFTSBEDINGUNGEN (AGB)  ETV EING TEXTIL-VEREDLUNG GmbH & Co. KG

(in der Kurzform „EING TV“ , „Verkäufer“ oder „Veredler“genannt)

In der Fassung vom 01.11.2020

kurz AGB oder Einheitsbedingungen genannt

In Anlehnung an die

EINHEITSBEDINGUNGEN DER DEUTSCHEN TEXTILWIRTSCHAFT

In der Fassung: 01.01.2020

In Anlehnung an die

EINHEITSBEDINGUNGEN FÜR TEXTILVEREDLUNGSAUFTRÄGE

In der Fassung: 01.07.2012

gelten deren technische Grundlagen ergänzend zu diesen Einheitsbedingungen der EING TV

In Anlehnung an 

Deutscher Garnkontrakt

In der Fassung: 01.01.2020

gelten deren technische Grundlagen ergänzend zu diesen Einheitsbedingungen der EING TV

§ 1 Geltungsbereich

1. Die Einheitsbedingungen gelten ausschließlich zwischen Kaufleuten.

2. Für alle Lieferungen und Leistungen des Verkäufers gelten ausschließlich die nachstehenden Einheitsbedingungen.  

Allgemeine Geschäftsbedingungen des Käufers erkennt der Verkäufer nicht an,  es  sei  denn,  der Verkäufer hätte ihrer Geltung ausdrücklich schriftlich zugestimmt. Dies gilt auch dann, wenn der Verkäufer die Leistungen in Kenntnis entgegenstehender oder von den   vorliegenden   Einheitsbedingungen   abweichender   Geschäftsbedingungen   vorbehaltlos ausführt.

§ 2 Erfüllungsort, Lieferung und Abnahme

1. Erfüllungsort   für   alle   Leistungen   aus   dem   Lieferungsvertrag   ist   der   Ort   der   Handelsniederlassung des Verkäufers (D-48712 Gescher).

2. Die  Lieferung  der  Ware  erfolgt  ab  inländischem  Werk; gemäß INCOTERMS 2020.  Diese  Versandkosten  trägt  der   Käufer.   Der   Käufer   kann   den   Frachtführer   bestimmen.   Die   Ware   ist   unversichert zu versenden. Ein Lieferavis kann vereinbart werden.

              3. Verpackungskosten für Spezialverpackungen werden vom Käufer getragen.

4. Sortierte und bei Kombinationen verkaufsgerechte Teilsendungen müssen zeitnah erfolgen  und  sind  vorher  anzukündigen. Unsortierte  sind  nur  mit  Zustimmung  des Käufers statthaft.

5. Wenn infolge des Verschuldens des Käufers die Abnahme nicht rechtzeitig erfolgt, so  steht  dem  Verkäufer  nach  seiner  Wahl  das  Recht  zu,  nach  Ablauf  einer  zu setzenden  Nachfrist  von  12  Kalendertagen  entweder  die  Ware  mit  sofortiger  Fälligkeit   in   Rechnung   zu   stellen   (Rückstandsrechnung)   oder   vom   Vertrage   zurückzutreten oder Schadensersatz zu verlangen. 

§ 3 Gerichtsstand

Gerichtsstand (auch  für  Wechsel-  und  Scheckklagen)  ist  nach  Wahl  des  Klägers  der  Ort  einer  deutschen  Handelsniederlassung  einer  der  Parteien.  Der  Kläger  ist  auch   berechtigt,   am   Sitz   der   für   den   Verkäufer   zuständigen   Fach- oder Kartell-organisation zu klagen. 

Das zuerst angerufene Gericht ist zuständig.

§ 4 Vertragsinhalt

1. Die  Lieferung  der  Ware  erfolgt  zu  bestimmten  Terminen  (Werktag  oder  eine  bestimmte  Kalenderwoche).  Alle  Verkäufe  werden  nur  zu  bestimmten  Mengen,  

Artikeln, Qualitäten und festen Preisen abgeschlossen. Hieran sind beide Parteien gebunden. Kommissionsgeschäfte werden nicht getätigt.

              2. Blockaufträge  sind  zulässig  und  müssen  bei  Vertragsabschluss  befristet  werden.  Die

              Abnahmefrist darf höchstens 12 Monate betragen.

3. Auftragsannanhme und Preis. Ein Veredlungssauftrag gilt, sofern seine Annahme vom Verkäufer (Veredler) nicht abgelehnt wird, erst an dem Tag als angenommen, an dem die Rohware bei dem Verkäufer (Veredler) eingetroffen, vom Käufer endgültig eingeteilt und zur Veredlung freigegeben ist. Soweit nicht anders vereinbart, gilt der Veredlungspreis ausschließlich für die Veredlungsleistung an sich. Einer Bestätigung eines jeden einzelnen Auftrages unter Bezugnahme auf die Einheitsbedingungen der EING TV bedarf es nicht. 

Besonders vergütet werden insbesondere:

  1. bei Auftragsannahme nicht vorhersehbar notwendige zusätzliche Veredlungs-leistungen
  2. Aufwendungen für Transport und Verpackung, einschließlich Paletten, Dockenböcke, Kisten und Versandspesen. Die Kaulenrückführung liegt in der Verantwortung des Käufers und hat auf seine Kosten innerhalb von max. 12 Kalendertagen zu erfolgen
  3. Aufwendungen und Auslagen für die zollrechtliche Abwicklung. Für diese Fälle erteilt der Käufer dem Verkäufer (Veredler) einen gesonderten schriftlichen Auftrag und Vollmacht zur Abgabe aller für die Zollabwicklung erforderlichen Erklärungen. Es gilt alle Rechnungen über Barauslagen wie Frachten, Postgebühren, Zölle usw. sind sofort zu bezahlen, falls nicht anderslautend schriftlich vereinbart
  4. Nebenleistungen (Spulen, Haspeln usw.).

4. Bei Auftragserteilung durch den Käufer, sind dem Verkäufer (Veredler) auf Verlangen die ungefähren Einkaufspreise und für selbst hergestellte Ware die ungefähren Herstellungspreise anzugeben.

§ 5 Angaben zur Warenbeschaffenheit und zum Verwendungszweck

Dem Verkäufer (Veredler) sind bei der Auftragserteilung durch den Käufer eindeutig und schriftlich die genaue Zusammensetzung der Rohware, der Aufbau, Art und Umfang von Vorbehandlungen, eingesetzte Schlichtmittel und Avivagen, Echtheiten und Verwendungszweck mitzuteilen. Dabei ist insbesondere die Art und Beschaffenheit des in der Ware vorhandenen Rohmaterials (Faser/Garn) und das exakte Mischungsverhältnis nach Hundertersätzen genau anzugeben. 

Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben sowie für die Freiheit seiner Rohware von Fremdkörpern steht der Käufer dem Verkäufer (Veredler) ein.

§ 6 Unterbrechung der Lieferung

1. Bei    höherer    Gewalt,    von    einer    Vertragspartei    nicht    zu    vertretenden Arbeitskampfmaßnahmen  und  sonstigen  unverschuldeten  Betriebsstörungen,  die  länger  als  eine  Woche  gedauert  haben  oder  voraussichtlich  dauern,  wird  die  Lieferungs- bzw.  Abnahmefrist  ohne  Weiteres  um  die  Dauer  der  Behinderung,  längstens jedoch um 5 Wochen verlängert. 

Die Verlängerung tritt nur ein, wenn der anderen  Partei  unverzüglich  Kenntnis  von  dem  Grund  der  Behinderung  gegeben  wird,  sobald  zu  übersehen  ist,  dass  die  Lieferungs- bzw.  Abnahmefrist  nicht  eingehalten werden kann.

2. Ist  die  Lieferung  bzw.  Abnahme  in  den  in  Ziff.  1  genannten  Fällen  nicht  innerhalb  der   verlängerten   Lieferungs- bzw.   Abnahmefrist   erfolgt,   kann   die   andere   Vertragspartei  nach  Ablauf  einer  zu  setzenden  Nachfrist  von  12  Kalendertagen  vom Vertrag zurücktreten. 

3. Schadensersatzansprüche sind in den Fällen von Ziff. 1 ausgeschlossen, wenn die jeweilige Vertragspartei ihrer Obliegenheit gem. Ziff. 1 genügt hat. 

§ 7 Nachlieferungsfrist

1. Nach  Ablauf  der  Lieferfrist  wird  ohne  Erklärung  eine  Nachlieferungsfrist  von  12  Kalendertagen  in  Lauf  gesetzt.  Nach  Ablauf  dieser  Frist  kann  der  Käufer  durch  schriftliche  Erklärung  vom  Vertrag  zurücktreten.  

Will  der  Käufer  Schadensersatz  statt   der   Leistung   beanspruchen,   muss   er   dem   Verkäufer   nach   Ablauf   der   vereinbarten  Lieferfrist  schriftlich  eine  4-Wochenfrist  setzen.  

Die  gesetzlichen  Regelungen über die Entbehrlichkeit der Fristsetzung (§ 281 Abs. 2, § 323 Abs. 2 BGB) bleiben unberührt. 

2. Für versandfertige Lagerware und NOS-Ware –   „Never-out-of-Stock“ – beträgt die Nachlieferungsfrist  5  Werktage.  Bei  Nichtlieferung  ist  der  Käufer  unverzüglich  zu  informieren. Im Übrigen gelten die Bestimmungen der Ziff. 1.

3. Vor Ablauf der Nachlieferungsfrist sind Ansprüche des Käufers wegen verspäteter Lieferung ausgeschlossen, soweit § 8 Ziff. 2 und 3 keine Anwendung finden. 

§ 8 Mängelrüge

1. Für Rohwarenlieferungen (Beistellungen unserer Kunden) ohne dokumentierte Warenschau und für Fertigware ohne durch den Kunden bestellte Warenschau durch ETV, übernehmen wir keinerlei Haftung für Verunreinigungen und Beschädigungen des End-produktes.

2.  Mängelrügen sind bei offenen Mängeln spätestens innerhalb von 12 Kalendertagen nach Empfang der Ware an den Verkäufer abzusenden. Versteckte Mängel hat der Käufer unverzüglich nach deren Entdeckung gegenüber dem Verkäufer zu rügen.

3. Nach  Zuschnitt  oder  sonst  begonnener  Verarbeitung  der  gelieferten  Ware  ist  jede  Beanstandung offener Mängel ausgeschlossen. 

4. Geringe,  technisch  nicht  vermeidbare  Abweichungen  der  Qualität,  Farbe,  Breite, 

des  Gewichts,  der  Ausrüstung  oder  des  Dessins  stellen  keinen  Sachmangel dar. Dies  gilt  auch  für  handelsübliche  Abweichungen,  es  sei  denn,  dass  der  Verkäufer  eine mustergetreue Lieferung schriftlich erklärt hat. 

5. Bei berechtigten Mängelrügen hat der Käufer nach Wahl des Verkäufers das Recht, auf  Nachbesserung  oder  Lieferung  mangelfreier  Ersatzware  innerhalb  von  12  Kalendertagen nach Rückempfang der Ware. In diesem Fall trägt der Verkäufer die Frachtkosten. Ist die Nacherfüllung fehlgeschlagen, hat der Käufer nur das Recht, den Kaufpreis zu mindern oder vom Vertrag zurückzutreten, sofern nicht § 9 Ziff. 2 und 3 Anwendung finden. 

6. Ist die Mängelrüge nicht fristgerecht erfolgt, gilt die Ware als genehmigt.

§ 9 Schadensersatz

1. Schadensersatzansprüche des  Käufers  sind  ausgeschlossen,  sofern  in  diesen  Bedingungen nichts Abweichendes geregelt ist. 

2. Der    Ausschluss    in    Ziff.    1    gilt    nicht,    soweit    eine    Haftung    nach    dem    Produkthaftungsgesetz,    bei    Vorsatz,    grober    Fahrlässigkeit    von    Inhabern,    gesetzlichen Vertretern und leitenden Angestellten, bei Arglist, bei Nichteinhaltung einer  übernommenen  Garantie,  bei  der  schuldhaften  Verletzung  des  Lebens,  des  Körpers  oder  der  Gesundheit  oder  bei  der  schuldhaften  Verletzung wesentlicher Vertragspflichten   besteht;   wesentliche   Vertragspflichten   sind   solche,   deren   Erfüllung   den   Vertrag   prägen   und   auf   die   der   Käufer   vertrauen   darf.   Ein   Schadensersatzanspruch   wegen   Verletzung   wesentlicher   Vertragspflichten   ist   jedoch  auf  den  vertragstypischen  und  vorhersehbaren  Schaden  begrenzt, soweit kein anderer in Satz 1 genannter Fall vorliegt. 

3. Eine Änderung der Beweislast zum Nachteil des Käufers ist mit den vorstehenden Regelungen nicht verbunden. 

§ 10 Zahlung

1. Die  Rechnung  wird  zum  Tage  der  Lieferung  bzw.  der  Bereitstellung  der  Ware ausgestellt.   Ein   Hinausschieben   der   Fälligkeit   (Valutierung)   ist   grundsätzlich   ausgeschlossen.

2. Rechnungen sind zahlbar (wenn nicht abweichend schriftlich vereinbart und durch Auftragsbestätigung der EING TV bestätigt):

- innerhalb von 30 Tagen nach Rechnungsstellung und Warenversand  netto

- ab dem 31. Tag tritt Verzug gemäß § 286 Abs. 2 Nr.1 BGB ein. 

3. Werden  anstelle  von  barem  Geld,  Scheck  oder  Überweisung  vom  Verkäufer  Wechsel  angenommen,  so  wird  bei  der  Hereinnahme  der  Wechsel  nach  dem  Nettoziel  vom  31.  Tage  ab  Rechnungsstellung  und  Warenversand  ein  Zuschlag  von 1 % der Wechselsumme berechnet.

4. Abänderungen der Regulierungsweise sind 3 Monate vorher anzukündigen.

5. Zahlungen   werden   stets   zur   Begleichung   der   ältesten   fälligen   Schuldposten   zuzüglich der darauf aufgelaufenen Verzugszinsen verwendet. 

6. Maßgeblich für die Rechtzeitigkeit der Zahlung ist die endgültige Gutschrift auf dem Konto des Verkäufers.

§ 11 Zahlung nach Fälligkeit

1. Bei  Zahlungen  nach  Fälligkeit  werden  Zinsen  von  9  Prozentpunkten  über  dem  jeweiligen  Basiszinssatz  im  Sinne  von  §  247  BGB  berechnet.  Im  Übrigen  findet  §  288 BGB Anwendung. 

2. Vor vollständiger  Zahlung  fälliger  Rechnungsbeträge  einschließlich  Zinsen  ist  der  Verkäufer  zu  keiner  weiteren  Lieferung  aus  laufenden  Lieferverträgen  verpflichtet.  Die Geltendmachung eines Verzugsschadens bleibt vorbehalten. 

3. Bei wesentlicher Verschlechterung der Vermögensverhältnisse, wie z.B. drohender Zahlungsunfähigkeit    oder    Zahlungsverzug,    kann    der    Verkäufer    bei    allen    Lieferverträgen,   die   auf   demselben   rechtlichen   Verhältnis   beruhen,   die   ihm   obliegende   Leistung   verweigern   oder   nach   Setzung   einer   Nachfrist von   12   Kalendertagen von diesen Lieferverträgen zurücktreten. Im Übrigen gilt § 321 BGB. § 119 InsO bleibt unberührt. 

§ 12 Aufrechnung und Zurückbehaltung

Die  Aufrechnung  und  Zurückbehaltung  fälliger  Rechnungsbeträge  ist  nur  mit  unbestrittenen  oder  rechtskräftig  festgestellten  Forderungen  zulässig,  soweit  es  sich    dabei    nicht    um    Schadensersatzansprüche    handelt,    die    in    engem    Zusammenhang  zum  Anspruch  des  Käufers  auf  mangelfreie  Vertragserfüllung  stehen.

§ 13 Eigentumsvorbehalt

1. Die  Ware  bleibt bis  zur  vollständigen  Bezahlung  sämtlicher  Forderungen  aus  Warenlieferungen    aus    der    gesamten    Geschäftsverbindung,    einschließlich    Nebenforderungen,  Schadensersatzansprüchen  und  Einlösungen  von  Schecks  und  Wechseln,  Eigentum  des  Verkäufers.  

Der  Eigentumsvorbehalt  bleibt  auch  dann  bestehen,  wenn  einzelne  Forderungen  des  Verkäufers  in  eine  laufende  Rechnung aufgenommen werden und der Saldo gezogen und anerkannt wird. 

2. Wird   die   Vorbehaltsware   vom   Käufer   zu   einer   neuen   beweglichen   Sache   verbunden, vermischt oder verarbeitet, so erfolgt dies für den Verkäufer, ohne dass dieser   hieraus   verpflichtet   wird.   Durch   die   Verbindung,   Vermischung   oder   Verarbeitung  erwirbt  der  Käufer  nicht  das  Eigentum  gem.  §§  947  ff.  BGB  an  der  neuen  Sache.

Bei  Verbindung,  Vermischung  oder  Verarbeitung  mit  nicht  dem  Verkäufer  gehörenden  Sachen  erwirbt  der  Verkäufer  Miteigentum  an  der  neuen  Sache  nach  dem  Verhältnis  des  Fakturenwertes  seiner  Vorbehaltsware  zum  Gesamtwert. 

3. Sofern   in   die   Geschäftsabwicklung   zwischen   Verkäufer   und   Käufer   eine   zentralregulierende   Stelle   eingeschaltet   ist,   die   das   Delkredere   übernimmt,   überträgt   der   Verkäufer   das   Eigentum   bei   Versendung   der   Ware   an   die   zentralregulierende  Stelle  mit  der  aufschiebenden  Bedingung  der  Zahlung  des  Kaufpreises  durch  den  Zentralregulierer.  

Der  Käufer  wird  erst  mit  Zahlung  durch  den Zentralregulierer frei. 

4. Der  Käufer  ist  zur  Weiterveräußerung  oder  zur  Weiterverarbeitung  nur  unter  der  Berücksichtigung der nachfolgenden Bedingungen berechtigt:

a) Der     Käufer     darf     die     Vorbehaltsware     nur     im     ordnungsgemäßen Geschäftsbetrieb     veräußern     oder     verarbeiten,     sofern     sich     seine     Vermögensverhältnisse nicht nachträglich wesentlich verschlechtern.

b) Der  Käufer  tritt  hiermit  die  Forderung  mit  allen  Nebenrechten  aus  dem  Weiterverkauf der Vorbehaltsware – einschließlich etwaiger Saldoforderungen - an den Verkäufer ab. Der Verkäufer nimmt diese Abtretung an. 

c)  Wurde die Ware verbunden, vermischt oder verarbeitet und hat der Verkäufer hieran  in  Höhe  seines  Fakturenwertes  Miteigentum  erlangt,  steht  ihm  die  Kaufpreis-forderung anteilig zum Wert seiner Rechte an der Ware zu.

d) Hat der Käufer die Forderung im Rahmen des echten Factorings verkauft, tritt der  Käufer  die  an  ihre  Stelle  tretende  Forderung  gegen  den  Factor  an  den  Verkäufer ab und leitet seinen Verkaufserlös anteilig zum Wert der Rechte des Verkäufers  an  der  Ware  an  den  Verkäufer  weiter.  Der  Käufer  ist  verpflichtet,  dem  Factor  die  Abtretung  offenzulegen,  wenn  er  mit  der  Begleichung  einer  Rechnung    mehr    als    10    Tage    überfällig    ist    oder    wenn    sich    seine    Vermögensverhältnisse wesentlich verschlechtern. Der Verkäufer nimmt diese Abtretung an. 

e) Der   Käufer   ist   ermächtigt,   solange   er   seinen   Zahlungsverpflichtungen   nachkommt,       die       abgetretenen       Forderungen       einzuziehen.       Die       Einziehungsermächtigung  erlischt  bei  Zahlungsverzug des  Käufers  oder  bei  wesentlicher  Verschlechterung  der  Vermögensverhältnisse  des  Käufers.  In  diesem  Falle  wird  der  Verkäufer  hiermit  vom  Käufer  bevollmächtigt,  die  Abnehmer  von  der  Abtretung  zu  unterrichten  und  die  Forderungen  selbst einzuziehen.  Für  die  Geltendmachung  der  abgetretenen  Forderungen  muss  der  Käufer  die  notwendigen  Auskünfte  erteilen  und  die  Überprüfung  dieser  Auskünfte  gestatten.  Insbesondere  hat  er  dem  Verkäufer  auf  Verlangen  eine  genaue   Aufstellung   der   ihm   zustehenden   Forderungen   mit   Namen und Anschrift  der  Abnehmer,  Höhe  der  einzelnen  Forderungen,  Rechnungsdatum  usw. auszuhändigen.

5. Übersteigt   der   Wert   der   für   den   Verkäufer   bestehenden   Sicherheit   dessen   sämtliche Forderungen um mehr als 10 %, so ist der Verkäufer auf Verlangen des Käufers insoweit zur Freigabe von Sicherheiten nach seiner Wahl verpflichtet.

6. Verpfändung    oder    Sicherungsübereignung    der    Vorbehaltsware    bzw.    der    abgetretenen  Forderungen  sind  unzulässig.  Von  Pfändungen  ist  der  Verkäufer  unter Angabe des Pfändungsgläubigers sofort zu unterrichten. 

7. Nimmt   der   Verkäufer   in   Ausübung   seines   Eigentumsvorbehaltsrechts   den   Liefergegenstand zurück, so liegt darin nicht automatisch ein Rücktritt vom Vertrag vor.  Der  Verkäufer  kann  sich  aus  der  zurückgenommenen  Vorbehaltsware  durch  freihändigen Verkauf befriedigen.

8. Der Käufer verwahrt die Vorbehaltsware für den Verkäufer unentgeltlich. Er hat sie gegen   die   üblichen   Gefahren,   wie   z.B.   Feuer,   Diebstahl   und   Wasser,   im   gebräuchlichen    Umfang    zu    versichern.    Der    Käufer    tritt    hiermit    seine    Entschädigungsansprüche,  die  ihm  aus  Schäden  der  obengenannten  Art  gegen  Versicherungsgesellschaften  oder  sonstige  Ersatzverpflichtete  zustehen,  an  den  Verkäufer  in  Höhe  des  Fakturenwertes  der  Ware  ab.  Der  Verkäufer  nimmt  die  Abtretung an. 

9. Sämtliche  Forderungen  sowie  Rechte  aus  dem  Eigentumsvorbehalt  an  allen  in  diesen  Bedingungen  festgelegten  Sonderformen  bleiben  bis  zur  vollständigen  Freistellung aus Eventualverbindlichkeiten (Scheck-Wechsel), die der Verkäufer im Interesse des Käufers eingegangen ist, bestehen. 

Dem Käufer ist es im Falle des Satzes 1 grundsätzlich gestattet, Factoring für seine Außenstände zu betreiben. Er hat  jedoch  vor  Eingehen  von  Eventualverbindlichkeiten  den  Verkäufer  darüber  zu  informieren. 

10. Dem Verkäufer (Veredler) ist bei der Auftragserteilung auf besonderes Verlangen unverzüglich Mittleilung zu machen, wenn die zur Veredlung übergebene Ware nicht dem Käufer (Auftraggeber), sondern einem Dritten gehört oder mit Rechnten eines Dritten belastet ist, also insbesondere, wenn sie unter Eigentumsvorbehalt geliefert, sicherungsweise übereignet, weiterveräußert oder verpfändet ist.

Wechselt nach der Auskunfterteilung das Eigentum an der Ware, während sie sich beim Verkäufer (Veredler) befindet, so ist dieser Eigentumswechsel dem Verkäufer (Veredler) unverzüglich anzuzeigen.

Unterbliebene oder mangelhafte Erklärungen über die Eigentumsverhältnisse haben die entsprechenden Haftungsansprüche gegen den Käufer (Auftraggeber) zur Folge.

Der Verkäufer (Veredler) ist berechtigt, die Ware zu hinterlegen, falls ein Dritter anstelle des Käufers (Auftraggebers) Herausgabeansprüche stellt und diese Ansprüche glaubhaft macht. Der Käufer (Auftraggeber) kann im Falle der Hinterlegung keine Schadensersatzansprüche gegen den Verkäufer (Veredler) geltend machen. 

§ 14 Anwendbares Recht

Es  gilt  das  Recht der  Bundesrepublik  Deutschland.  Das  Übereinkommen  der  Vereinten   Nationen   über   Verträge   über   den   internationalen   Warenkauf   vom   11.04.1980 wird ausgeschlossen.

Gescher, 09.11.2020

gez. Geschäftsleitung 

ETV EING TEXTIL-VEREDLUNG GmbH & Co. KG

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